Was ist ein/e Persönliche/r AssistentIn?

Der Persönliche Assistent oder die Persönliche Assistentin unterstützt Menschen mit Beeinträchtigung, wo sie Assistenz brauchen. Das kann bei der persönlichen Körperhygiene sein und/oder bei Alltagsbedürfnissen, Verrichtungen im Haushalt, in der Freizeit und bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Persönliche AssistentInnen nehmen den beeinträchtigten Menschen keine Entscheidungen ab, sondern sie unterstützen sie bei einem selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Leben.

Persönliche Assistenten und Assistentinnen sind bei Vereinen, Organisationen, Assistenzgenossenschaften und vereinzelt beim Menschen mit Behinderung direkt (nicht in Oberösterreich) angestellt und ihre Entlohnung ist im BAGS-Kollektivvertrag geregelt. Ihre Arbeitsstelle ist überall dort, wo AuftraggeberInnen ihre Assistenz benötigen.

Wichtige Voraussetzungen für diesen Beruf sind soziales Engagement, Verlässlichkeit und Freude am Umgang mit Menschen. Persönliche Assistenz ist Laienhilfe und erfordert keine spezielle Berufsausbildung, sie setzt jedoch in der konkreten Assistenzbeziehung hohe persönliche Kompetenzen voraus.

Fortbildungen und Grundeinführungen für Persönliche AssistentInnen sind in jedem Bundesland anders geregelt. In Oberösterreich müssen Persönliche AssistentInnen einen Grundkurs über 32 Einheiten und verpflichtende Fortbildungen nach dem Sozialberufegesetz besuchen.

Grundsätze für das Handeln Persönlicher AssistentInnen:

  • Achtung vor dem Leben und der Würde jedes Menschen und der Menschenrechte.
  • Akzeptanz der individuellen Lebensweise und Weltanschauung von AuftraggeberInnen (Menschen mit Beeinträchtigung).
  • Der Einzigartigkeit jedes Menschen und seinen gewachsenen Wertvorstellungen muss mit Respekt und Toleranz begegnet werden.
  • Empathiefähigkeit und Sensibilität für die vielfältigen Bedürfnisse helfen, ein positives Selbstwertgefühl und die Selbstbestimmung zu fördern.
  • Verlässlichkeit, Flexibilität und Pünktlichkeit fördern das Vertrauen in den Assistenzbeziehungen.
  • Oft ist das Finden von konkreten Problemlösungen zusammen mit den AuftraggeberInnen, ihrem sozialen Umfeld und des gesellschaftlichen Kontextes erforderlich.
  • Persönliche AssistentInnen sollen Wissen über ihre eigenen Möglichkeiten, Fähigkeiten und Grenzen mitbringen. Sie benötigen Kritik- und Konsensfähigkeitund Offenheit für persönliche Weiterentwicklungen.
  • Ehrlichkeit ist Voraussetzung für jede gelingende zwischenmenschliche Beziehung.
  • Verschwiegenheit ist nicht nur gesetzliche Pflicht von Persönlichen AssistentInnen, sondern sollte zum Schutz der Privatsphäre der AuftraggeberInnen auch persönliches Anliegen sein.